Sachdensfälle & Analytik

Dr.-Ing. Helge Pries

Der Werkstoff und seine Eigenschaften nehmen eine zentrale Funktion in der Entwicklung und Herstellung technischer Bauteile ein und bestimmen deren Gebrauchseigenschaften. Die Werkstoffentwicklung der letzten Jahrzehnte hat zu einer großen Palette von Werkstoffgruppen geführt, die speziell für ihren Einsatzbereich optimiert worden sind. Dazu gehören zum Beispiel die klassischen Leichtbauwerkstoffe wie Magnesium und Aluminium, Nickelbasislegierungen für Hochtemperaturbelastungen im Turbinenbau, hochlegierte und korrosionsbeständige Stähle für den Rohrleitungsbau, Mehrphasenstähle für die aktuelle Entwicklung des Stahlleichtbaus oder auch duktile Aluminium-Druckgusslegierungen für den Einsatz in crashrelevanten Bereichen des Automobilbaus. Allen Werkstoffen ist aber gemeinsam, dass sie bei einer schweißtechnischen Verarbeitung im wärmebeeinflussten Bereich ihre Grundwerkstoffeigenschaften verlieren. Die eingebrachte Schweißwärme führt in Abhängigkeit des Schweißverfahrens zu Gefügeveränderungen, die sich im Betrieb negativ auswirken können. Die Folge sind Schäden, die in vielen Fällen auf Unkenntnis dieser werkstoffkundlichen Vorgänge und den daraus resultierenden veränderten Gebrauchseigenschaften zurückzuführen sind.

Schwerpunkt der Abteilung Werkstoffe und Analytik des Institutes ist die Analyse der werkstoffkundlichen Beeinflussung durch die Prozesswärme in Korrelation zum Schweißverfahren und dessen Parametern. Nur durch eine genaue Kenntnis dieser komplexen Zusammenhänge können Forschungs- und Entwicklungsaufgaben optimiert und Schäden vermieden werden. Für die metallkundliche Charakterisierung unterschiedlichster Werkstoffe stehen in der Analytik eine Vielzahl von Verfahren zur Verfügung. Angefangen von der lichtmikroskopischen Gefügebeurteilung über die Rasterelektronenmikroskopie bis zur Durchstrahlungsmikroskopie können Strukturen bis in den atomaren Bereich dargestellt werden. Für eine Mikrobereichsanalyse der Elementzusammensetzung und -verteilung stehen eine Elektronenstrahlmikrosonde und für die Oberflächenanalytik eine Augersonde zur Verfügung.

Die langjährige Kompetenz auf dem Gebiet der Werkstoffe und deren Analytik wird nicht nur in Forschungsaufgaben, sondern auch in bilateralen Entwicklungsprojekten und Schadensuntersuchungen eingesetzt.

Werkstoff- und Forschungsschwerpunkte

  • Aluminium-Druckguss
  • Kleben von Aluminum-Druckguss
  • Anlauffarben an CrNi- Stählen
  • Ni-Basiswerkstoffe
  • Schweißen in kaltverformten Bereichen hochfester Stähle
  • Mehrphasen-Stähle
  • Thermowechselverhalten von Warmarbeitsstählen
  • Werkstoffbedingte Schäden in der Schweißtechnik
  • Magnesium-Legierung

Kompetenzbereiche

  • Werkstoffanalytik
  • Schadensanalyse
  • Online- Qualitätssicherung

Leistungsspektrum

Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung

  • Werkstoffkundlichen Beratung
  • Metallographie
  • Mikrobereichsanalytik
  • Korrosionsuntersuchung
  • Firmenspezifische Schulung
  • Fortbildungsseminare

Ausstattung

  • Auflichtmikroskope
  • Fluoreszensmikroskop
  • Quantitative Bildanalyse
  • Härteprüfung
  • Rasterelektronenmikroskop
  • Elektronenstrahlmikrosonde
  • Auger- und ESCA-Sonde
  • Durchstrahlungsmikroskop
  • Korrosionslabor
  • FTIR
  • DMTA
  • DSC

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Helge Pries Helge Pries
Dr.-Ing.

+49 531 391 955 20
h.pries@tu-braunschweig.de

ifs - Report

Institutsbroschüre

Die ifs Broschüre zum Download